Berkach

Juden in Berkach

Erinnerungstafel am ehemaligen Schulhaus

Der kleine Ort zählt nur  knapp 400 Einwohner und gehört heute zur Gemeinde Grabfeld im Kreis Schmalkalden-Meiningen, Südthpringen.

Juden waren wohl schon um 1625/28 mit Genehmigung der Ortsherrschaft anwesend, gegen Entrichtung eines entsprechenden Schutzgeldes. Zwischen 1740 und 1850 stieg die Zahl der ansässigen Juden auf nahezu 170 Personen an. Bald danach wanderten allerdings viele von ihnen in die Städte ab oder emigirierten ins Ausland. Zu Beginn der NS-Zeit waren nur noch ca. 20 Personen übrig, die in den Folgejahren deportiert und ermordet wurden.

Die Synagoge, das Schulhaus, Mikwe und Friedhof blieben erhalten und stellen noch heute ein seltenes Ensemble jüdischer Kultstätten dar.. Die wieder instandgesetzte Synagoge wurde 1991 neu geweiht und dient nun sowohl als jüdisches Goitteshaus als auch als Begegnungsstätte.

Die erhaltenen Kultgebäude

* Bild von Thomas Hälker / https://grabfeld-grenzenlos.de/gemeinde-grabfeld/berkach/


Der jüdische Friedhof in Berkach

Hinweischild

Seit 1846 nutzte die jüdische Gemeinde ihren eigenen Friedhof. Er liegt ausserhalb des Ortes und grenzte bis 1989 direkt an den ehemaligen Todesstreifen der DDR und war somit nicht erreichbar.

Der Friedhof war 1938 und dann wieder 1990 geschändet worden, befindet sich aber nunmehr wieder in geordnetem Zustand.

145 Grabsteine, teilweise mit hebräischer Inschrift, teils auch in deutscher Sprache sind erhalten.

Der Eingang zum Friedhof

Ausgewählte Grabsteine


Quellen und Literatur zu Berkach

Schwierz, Israel: Zeugnisse jüdischer Vergangenheit in Thüringen. Eine Dokumentation, hrg. von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Sömmerda 2007,  (online-Ausgabe)

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/a-b/372-berkach-thueringen

https://de.wikipedia.org/wiki/Jüdischer_Friedhof_(Berkach)

Autoren: Fotos:  Ruth Knester, Ilvesheim, Text: Dietrich Bösenberg, Donauwörth, 12/2018

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