Auscha (Ustek)

Jüdisches Leben in Auscha

Auscha (Ustek) ist eine kleine Ortschaft im Bezirk Leitmeritz im nordwestlichen Tschechien.

Im ca. 15 Kilometer nordöstlich von Leitmeritz entfernten Auscha (tsch. Usték) sind jüdische Bewohner erstmals 1523 urkundlich erwähnt; um 1570 sollen hier zehn Familien gelebt haben. Als Bewohner ohne Bürgerrechte mussten sie sich 1745 antijüdisch motivierter Übergriffe erwehren, bei denen ihr Eigentum geplündert wurde. Ab der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts wurde ihr Leben in Auscha sicherer. Ihre erste aus Holz gebaute Synagoge wurde 1793 Opfer eines Brandes, bereits ein Jahr später errichten sie einen steinernen Nachfolgebau, der im Laufe der Zeiten mehrfach verändert und bis in die 1930er Jahre benutzt wurde. Der jüdische Friedhof der Juden von Auscha lag beim Dorfe Lhota; hier fanden auch verstorbene Glaubensgenossen aus der Umgebung ihre letzte Ruhe.

Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges belief sich die Zahl der jüdischen Bewohner Auschas auf ca. 100 Personen. Im Herbst 1938 verließen sie die Stadt. Das Synagogengebäude überdauerte die NS-Zeit fast unbeschädigt, wurde dann aber schnell baufällig. Ende der 1990er Jahre begann man mit der Sanierung des Hauses; es dient heute musealen Zwecken.“ (Klaus-Dieter Alicke)

Im Ort kann heute die sehr schön restaurierte Synagoge besucht werden, das daneben gelegene Rabbinerhaus beherbergt ein kleines Museum.

Im Keller der Synagoge befanden sich die Wohnung des Lehrers und auch die Schulräume. Die Räume sind restauriert und können besichtigt werden.


Der Friedhof von Auscha

Von Litoměřice kommend biegt man vor dem Ort, dort wo die Straße Nr. 260 nach links Richtung Ustí n.L. abzweigt, nach rechts in eine kleine Seitenstraße und folgt dem Wegweiser ‚Židovske hřbitov’ bis zum Ende des Asphalts. Dort läßt man den Wagen und folgt einem steilen Fußweg bergauf, vorbei an neun illustrierten Informationstafeln zur Geschichte des Friedhofes und der umliegenden Gemeinden, die dort ihre Toten begruben.

Auf dem Friedhof sind ca. 220 Grabsteine erhalten, Inschriften ab ca. 1630 bis 1936, der Friedhof existierte jedoch bereits zumindest seit dem 15. Jahrhundert. Nch einer Erweiterung um das Jahr 1900wurde eine Tahara-Halle mit einer niedrigen Kuppel gebaut. Der neue Teil des Friedhofs wurde mit einer hohen Ziegelwand umgeben. Ein Teil des Zauns und die Halle wurden um 1982 abgerissen.

Der Friedhof wurde währen der Besatzung beschädigt, er verfiel in der Zeit nach dem Krieg und wurde nach 2001 durch einen Verein wieder aufgebaut und gepflegt.


Quellen und Literatur

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/k-l/1178-leitmeritz-boehmen

https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Friedhof_(%C3%9A%C5%A1t%C4%9Bk)

http://m.taggmanager.cz/de/604

Fotos und Texte: Hans-Peter Laqueur; Texte, Layout: Gisela&Wolfgang Heumann, 6-2018

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