Bad Kissingen

Juden in Bad Kissingen

Das Wappen von Bad Kissingen. Wikipedia commons

Die berühmte Kurstadt Bad Kissingen zählt zum heutigen Zeitpunkt rund 22000 Einwohner.

Schon im Mittelalter bestand eine jüdische Gemeinde, die jedoch im Zuge eines Pogroms im fränkischen Raum um 1298 vernichtet wurde.

Ab dem 16 Jahrhundert gab es eine neue jüdische Gemeinde, 1644 sind 163 sog. Schutzjuden genannt. Im 18. Und 20. Jahrhundert stieg die Zahl der ansässigen Juden stark an und erreichte mit knapp über 500 Personen 1928 ihren Höchsstand. Eine große Rolle spielte dabei das Bäderwesen. Stattliche Bauten, wie die neue Synagoge von 1902, das bis heute erhaltene Schulhaus sowie jüdische Hotels und Pensionen entstanden im Lauf der Jahre.
Die NS-Zeit brachte auch für die Bad Kissinger Juden Verfolgung und Misshandlungen. Schließlich wurden die letzten Personen deportiert. Eine Gemeinde besteht nicht mehr.


Der Friedhof in Bad Kissingen

am Eingang

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Verstorbenen der jüdischen Gemeinde in (Hammelburg-)Pfaffenhausen bestattet. 1817 (evtl. 1801?) konnte in Bad Kissingen ein eigener Friedhof angelegt werden. Er umfasst eine Fläche von 38,02 ar, 489 Grabsteine wurden gezählt. Darunter befinden sich auch zahlreiche Gräber von Gefallenen jüdischen Glaubens aus dem Krieg von 1866 (!) Auch eine Tahara wurde erbaut. Die Grabsteine stammen wohl überwiegend von dem Bildhauer Valentin Weidner.
Friedhof und Tahara überstanden den 2. Weltkrieg und die NS-Zeit zwar weitgehend unversehrt, jedoch fanden schon in den 1930er Jahren und dann 1994 Schändungen statt.

Auf dem Friedhof


Quellen und Literatur

Schwierz, Israel: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, 1988/91

https://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/FRIEDHOF/Bayern/f-bayern.htm#BadKissingen

https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Friedhof_(Bad_Kissingen)

https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdische_Gemeinde_Bad_Kissingen

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/a-b/303-bad-kissingen-unterfranken-bayern

http://www.alemannia-judaica.de/bad_kissingen_synagoge.htm

http://www.alemannia-judaica.de/bad_kissingen_friedhof.htm mit ausführlichen Erläuterungen und viel detailliertem Bildmaterial

Autoren: Fotos: Ruth Knester, Ilvesheim, Text Dietrich Bösenberg, Donauwörth 12/2018

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