Ipthausen

Juden in Ipthausen

Ipthausen ist ein Ortsteil von Königshofen und liegt in Unterfranken im nördlichen Bayern. In Ipthausen selbst gab es nie eine jüdische Gemeinde. Die Juden aus Königshofen bestatteten ihre Toten in diesem Ortsteil.

In Königshofen lebten Juden bereits im frühen Mittelalter. Die Gemeinde bestand mit einer typischen wechselvollen Geschichte, bei der sich Verfolgungen und Zeiten relativer Ruhe abwechselten, bis zum Jahre 1942.

Nach schweren Verfolgungen der Menschen und Schändungen des Friedhofs wurden die übrig gebliebenen Juden verschleppt und ermordet.


Der jüdische Friedhof von Ipthausen

Der Eingangsbereich des Friedhofs

Lage: 
Der Friedhof wurde ursprünglich etwa 700m nordwestlich von Ipthausen auf freiem Feld angelegt. Er liegt mittlerweile innerhalb der Gemeinde Bad Königshofen in der Straße Am Judenfriedhof und ist von Einfamilienhäusern umgarnt. Er befindet sich immer noch weit ab von dem eingemeindeten Ort Ipthausen. Sein Grundriss ist beinahe quadratisch. Er ist umgeben mit einem eisernen Zaun. Das Tor befindet sich an der Südseite. Die noch vorhandenen Grabsteine – 2017 habe ich zwölf gezählt – sind nach Osten ausgerichtet.

Geschichte:
Der Friedhof wurde 1921 errichtet, damit die Trauernden nicht mehr den mühevollen Aufstieg zum Judenhügel in Kleinbardorf auf sich nehmen mussten. In den Jahren 1921 und 1925 kam es zu ersten Schändungen des Friedhofs. Im Jahr 1933 verwendete ein NS-Anhänger Steine der Friedhofsmauer zum Bau seines Eigenheims.1) Im Frühjahr 1938 wurden alle vorhandenen Grabsteine von Mitgliedern des Reichsarbeitsdienstes, die beim Frühsport zufällig das Gelände passierten, umgeworfen.2) Weiterhin wurden während der NS-Zeit die meisten Grabsteine u.a. zum Bau von Treppenstufen im Stadtpark und im Schwimmbad verwendet. Hinter dem Eingangstor steht heute ein Mahnmal für die jüdischen Opfer von Bad Königshofen und Umgebung während der NS-Zeit. 1997 schließlich wurde aus einigen der rückgeführten Grabsteine ein Denkmal in Pyramidenform errichtet und in der Südwestecke des Geländes platziert.

Ein Link zu einer Webseite mit einem Foto des geschändeten Friedhofs.

Foto: Alemannia Judaica, Reinhold Albert, Sulzdorf an der Lederhecke

Weitere Ansichten

Quellen und Literatur

Lothar Mayer: Jüdische Friedhöfe in Unterfranken. Imhof Verlag, Petersberg 2010

https://de.wikipedia.org/wiki/Ipthausen

1) Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Jüdischer_Friedhof_(Ipthausen), 08.03.2016

2) Reinhold Albert: Jüdische Friedhöfe im Landkreis Rhön-Grabfeld, Bad Neustadt a.d. Saale 2015

Fotos und Texte: Norbert Brinkmann 5-2017, Layout, Bildbearbeitung, Texte: Gisela&Wolfgang Heumann 5/2017

Ergänzende Bilder von Ruth Knester, Ilvesheim, 11/2ß18

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