Mellrichstadt

Juden in Mellrichstadt

Mellrichstadt liegt in Unterfranken an der Rhön. Juden gab es im Ort bereits im Frühen Mittealter. Um das Jahr 1200 wurden einige Juden verfolgt und getötet. Um 1400 ist die Anwesenheit einiger Familien gesichert. Im frühen 19. Jahrhundert kam es zum Zuzug mehrerer Familien. Mit 150 Personen erreichte die Anzahl der Juden dann um 1900 ein Maximum.

Im Ort waren eine Synagoge, eine Schule und eine Mikwe vorhanden. Die Synagoge wurde zerstört, die Juden, soweit sie nicht fliehen konnten, verschleppt und ermordet.


Der jüdische Friedhof in Mellrichstadt

Lage:
Der Friedhof liegt südlich von Mellrichstadt im Wiesentalgraben am Fuß des Wolfsbergs und südlich des ehemaligen Kasernengeländes. Er hat die Form eines langen Rechtecks in West-Ost-Richtung, dessen Niveau nach Norden abfällt. Der Gelände ist mit einer Mauer umgeben und es besitzt an der Nordseite und im Westen zwei eiserne Tore. Der westliche Teil des Friedhofs ist deutlich dichter belegt als der östliche, auf dem einige stattliche Bäume wachsen.

Geschichte:
Der Friedhof wurde 1872 errichtet. Zuvor wurden die Verstorbenen in Kleinbardorf beigesetzt. 1938 wurde das Gelände schwer geschändet. Nach dem Krieg wurden 1947 viele Schäden durch den Kreisjugendring beseitigt, allerdings wurden die meisten Grabsteine dabei nach Westen ausgerichtet.1)


Quellen und Literatur

http://www.alemannia-judaica.de/mellrichstadt_synagoge.htm

1) Reinhold Albert: Jüdische Friedhöfe im Landkreis Rhön-Grabfeld, Bad Neustadt a.d. Saale 2015

Texte und Fotos: Norbert Brinkmann, Text und Layout: Gisela&Wolfgang Heumann. 6_2017

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