Miltenberg

Juden in Miltenberg

Miltenberg am Main zählt knapp 10 000 Einwohner. Die Stadt blickt auch wegen ihrer strategisch günstigen Lage zwischen Mainknie und Odenwald auf eine lange Geschichte zurück.

Eine jüdische Gemeinde muss schon im 13./14. Jahrhundert existiert haben. Verfolgungen und Vertreibungen, u.a. beim Pestpogrom 1348/49 führten dann zum Verschwinden der Gemeinde. Erst Ende des 17. Jahrhunderts kam es erneut zur Niederlassung von Juden, zumeist als Händler.

Eine im 14. Jahrhundert erbaute Synagoge in gotischem Stil wurde bis 1870 benutzt. Das danach anderweitig verwendete Gebäude (u.a. Brauerei) ist bis heute erhalten. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde eine neue Synagoge erbaut (Bild). Auch dieses Gebäude hat sich erhalten und ist heute Wohnhaus.
Noch Ende des 19. Jahrhunderts lebten in Miltenberg über 100 Juden. Zu Beginn der NS-Zeit zogen viele Familien weg oder wanderten aus. 1942 wurden die wenigen verbliebenen Juden deportiert.


Der alte Friedhof in Miltenberg

am Eingang

Schon vor 1336 hat offensichtlich ein jüdischer Friedhof existiert. Seine genaue Lage konnte jedoch nicht festgestellt werden.

Der heutige Alte Friedhof könnte schon fast 600 Jahre alt sein. Er diente bis 1904 zur Bestattung der Miltenberger verstorbenen Juden. Das Areal liegt an der alten Stadtmauer am Hang des Burgbergs. Eine Treppe führt zu einem kleinen Eingangstörchen. Die Begrenzung bildete an einer Seite die alte Stadtmauer, in der mehrere Nischen freigelassen worden waren. Sie dienten ebenfalls als Begräbnisstellen, in einer ist ein Grabstein eines Priesters erhalten.
Das malerische Gelände ist von hohen Bäumen bestanden, darunter die erhaltenen Grabsteine. Diese sind meist als Stelen aus dem heimischen Sandstein gefertigt, jedoch findet man auch modernere Ausführungen.
Der Friedhof hat eine Fläche von 1720 m².

Eindrücke vom Friedhof und den Grabsteinen

weitere Eindrücke


Der neue Friedhof von Miltenberg

Tafel am Eingang

Als der alte Friedhof voll belegt war, nahm man 1904 eine neue Begräbnisstätte in Benutzung. Das an einem Hang gelegene Gelände ist von einer massiven Steinmauer umgeben und besitzt zwei Eingänge. Seine Fläche beträgt 1440 m², sie ist nur teilweise belegt. 1941 erfolgte die letzte Bestattung.

Bilder vom Friedhof

weitere Eindrücke vom Friedhof


Quellen und Literatur

Schwierz, Israel, Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, München 1988

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/m-o/1321-miltenberg-main-unterfranken-bayern

http://ikg-bayern.de/rsfr_1.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Alter_J%C3%BCdischer_Friedhof_(Miltenberg)

Autoren: Fotos Ruth und Heiner Knester, Ilvesheim, Text Dietrich Bösenberg, Donauwörth 2017

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