Conegliano

Conegliano ist eine Kleinstadt im Treviso, nördlich von Venedig.

Im 14. Jahrhundert treten in der Stadt vereinzelt jüdische Geschäftsleute auf, die vorwiegend als Geldverleiher tätig sind. Die Juden leben zunächst ohne Einschränkungen mit den anderen Einwohnern zusammen. Ab 1637 werden sie gezwungen, in einem „Siletto“ genannten Bezirk zu wohnen. Pogrome oder sonstige Verfolgungen sind nicht überliefert.

Im Jahre 1701 wird eine Synagoge gebaut, in der Gottesdienste nach deutschem Ritus abgehalten werden. 1918 findet der letzte Gottesdienst statt, weil die Gemeinde sich aufgelöst hat.

Die gesamte Einrichtung der Synagoge einschließlich der sakralen Gegenstände wird 1952 abgebaut und nach Jerusalem gebracht. Dort ist sie als „Italienischer Tempel“ wieder im Gebrauch.

Schicksalsjahre

In Conegliano selbst gab es während der Nationalsozialistischen Besetzung keine Juden mehr. Im Gebiet des Treviso bis Valdobiadene waren die Juden voll in die Bevölkerung integriert. Sie wurden während der Verfolgungen oft von ihren Mitbewohnern beschützt. Die „Resistenza“ war während des Weltkrieges sehr aktiv und hat viele jüdische Menschen gerettet.


Der Friedhof

Der jetzige Friedhof wurde 1545 auf einem Hügel östlich des Burgberges errichtet. Ein Tor schließt an der Salita Marco Grassini den Friedhof zur Strasse hin ab.

Er wurde bis 1886 belegt – es finden sich 130 überwiegend gut erhaltene und restaurierte Steine aus Sandstein und Marmor.
Von dem vor 1545 existierenden Friedhof nördlich des Burgberges fehlt heute jede Spur.

Die Grabsteine in Conegliano

Die Steine weisen einige Besonderheiten auf. Die uns von Friedhöfen in Deutschland bekannten epigrafischen Darstellungen sind selten. Grosse Ornamente mit Ranken oder Blättern sind jedoch häufig als Schmuck vorhanden. Auf einem Stein findet sich neben der hebräischen Inschrift ein Sonett in italienischer Sprache.

Grabstein des Calman Fuchs 1808–1882 Der Verstorbene kam als österreichischer Soldat hierher und heiratete. Er wurde mit einem schlichten Stein etwas außerhalb des Gräberfeldes begraben.

Symbole über den Beschriftungen stehen für die Familiennamen. Der Hahn steht symbolisch für die Familie Luzzato.

Das Eichhörnchen steht für die Familie Coneian.

Zwei Löwen sind das Zeichen der Familie Grassini

Ein Stein mit einem Symbol, das an Jonas und den Walfisch erinnert für Familie Pincherle

Der Grabstein des Giacobbe Conegliano, gestorben 1807 
Er war vielleicht ein Librettist aus dem Umkreis Mozarts. 
Die Quellen sind nicht eindeutig. Möglich ist, dass der Verstorbene Mitarbeiter und Freund des Librettisten Lorenzo da Ponte (=Emanuele Conigliano) war.


Quellen und Literatur

http://www.worldlingo.com/ma/enwiki/it

Autoren: Gisels&Wolfgang Heumann,  Fotos : Jürgen Notthoff, Wolfgang Heumann 9_2014

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