Bad Bederkesa

Juden in Bad Bederkesa

Das Wappen von Bad Bederkesa

Bad Bederkesa liegt nordöstlich von Bremerhaven im Elbe-Weser-Dreieck. Die Region gehört zum Land Niedersachsen.

Als erster Jude liess sich im Jahre 1724 Levin Jakob als „Packenträger“ im damaligen Bederkesa nieder. Die Packenträger handelten mit Stoff, die sie in „Packen“ auf einem Holzgestell auf dem Rücken trugen. Es konnten sich in der Folgezeit nur wenige Juden im Ort niederlassen, weil die Regierung in Stade sehr restriktiv bei der Genehmigung der Schutzbriefe vorging. Man versuchte offensichtlich, die Niederlassung zu behindern. So lebten im Jahre 1813 nur 3 jüdische Familien in Bederkesa.

Bis 1850 stieg die Anzahl der jüdischen Bürger auf etwa 30 an bei einer Gesamtbevölkerung von 1200 Menschen. Nach 1850 verließen viele jüngere Menschen aus der Synagogengemeinde den Ort. Im Jahre 1871 war die jüdische Gemeinde auf 3 Personen geschrumpft. Das letzte Gemeindemitglied starb 1902.


Der Friedhof von Bad Bederkesa

Lage:

Im Ort biegt man von der Durchgangsstraße nach Norden ab in die Holzurburgerstraße (L 117, Wegweiser nach Steinau). Ziemlich genau 1,5 km nach dem Ortsausgang, im Holzurburger Forst (kurz hinter km 18,4), auf halber Strecke zwischen dem ersten und dem zweiten Wanderparkplatz rechts der Straße, zweigt links ein Forstweg ab. Gute 50 Meter von der Straße liegt an ihm der Friedhof, eingefaßt von einem kniehohen Jägerzaun.

Beschreibung:

Der Friedhof wurde (lt. Wikipedia) von 1754 nis 1902 genutzt und hat – nach Erweiterungen im 19. Jh. – eine Fläche von 602 m2.

Acht Grabsteine aus der Zeit zwischen etwa 1820 und 1870, bemooste Erdhügel weisen auf weitere etwa 21 Gräber hin. Die erhaltenen Grabzeichen sind künstlerisch wie von der Materialqualität her überdurchschnittlich.

Offenbar wurde der Friedhof vor einigen Jahren vandalisiert: 3 der 8 Stelen weisen Spuren fachmännischer Reparatur auf.

Kleine Steine auf einigen Grabsteine zeugen davon, daß diese Gräber besucht werden.

Erhaltungszustand:

Gepflegt. – 2007 wurde der Friedhof von Bewuchs befreit und gesäubert, der Jägerzaun neu gestrichen.

Stand: August 2007.


Quellen & Literatur

Bohmbach, Jürgen, „Bederkesa“, Aus: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen, 2005, S184-187

https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Friedhof_(Bederkesa)

https://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/FRIEDHOF/NIEDERSA/PROJEKTE/liste-f.htm

www.teufelsmoor.eu/region/osterholz-scharmbeck/geschichte-der-juden/

Bilder und Texte: Dr. Hans-Peter Laqueur, Bremerhaven; Texte, Layout: Gisela&Wolfgang Heumann, 6-2018

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