Cuxhaven

Juden in Cuxhaven

Gedenkstein Synagoge * Hartmut Mester CC Lizenz

In der Mitte des 18. Jahrhunderts lassen sich erstmalig durchziehende Händler in Cuxhaven nachweisen. Die ersten dokumentierten Niederlassungen lassen sich in Ritzenbüttel, heute einem Stadtteil von Cuxhaven, beweisen.

Zuerst wird von rituellen Schlachtern, einer Schule und dem Friedhof berichtet. Das erste Haus, das ein Jude im Ort kaufen konnte, wurde als Betsaal benutzt. Es beinhaltete eine Lehrerwohnung und ein rituelles Bad. Im Jahre 1815 wurde im Ort eine Synagoge gebaut.

Nach Verfolgungen, Entrechtungen und Verschleppungen wurden 16 der jüdischen Anwohner in KZ´s ermordet. Drei Juden überlebten.

Heute gibt es in Cuxhaven keine Juden mehr.


Der jüdische Friedhof Cuxhaven

Im damals hamburgischen Amt Ritzebüttel – heute Teil der Stadt Cuxhaven – liessen sich die ersten Juden um die Mitte des 18. Jahrhunderts nieder, wenige Jahre später, etwa 1760 entstand im Brockeswald ihr Begräbnisplatz, der bereits 1818 erweitert werden mußte. Um 1800 konstituierte sich die ‚Israelitische Gemeinde zu Ritzebüttel’, die 1815/16 eine eigene Synagoge errichtete.

Der Friedhof liegt Im Brockeswald. Von Cuxhaven-Sahlenburg kommend folgt man der Sahlenburger Chaussee in Richtung Cuxhaven-Zentrum. Zur Rechten hat man den Zentralfriedhof, nachdem man diesen passiert hat, sieht man links im Gehölz den jüdischen Friedhof liegen. An der nächsten Kreuzung fährt man nach links, und folgt dann nach etwa 100 m dem Hinweis zur Gaststätte „Schützenhaus“,wieder nach links, und parkt auf ihrem Gästeparkplatz. Dort ist ein Zugang zum Brockeswald mit einer erklärenden Tafel. Von dort aus hält man halblinks Ausschau nach einem Jägerzaun, knapp 100 m von dem Zugang entfernt.

Ein Areal von etwa 20×20 Metern mitten im Brockeswald, umschlossen von einem Jägerzaun, umfaßt etwa 60-80 Grabsteine zwischen dem Anfang des 19. und dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Einzelne Steine sind umgestürzt, und unter dem bodendeckenden Brombeerbewuchs liegen vielleicht auch noch mehr.

Die Steine sind von außergewöhnlich guter Materialqualität, es dürfte sich um Granit o.ä. handeln.

Es fällt auf, daß einzelne Steine ausschließlich hebräische Inschriften tragen, die meisten anderen auf Deutsch nur Kurzinschriften (Name und Todesjahr).

Bemerkenswert eine Grabanlage ziemlich im Zentrum des Friedhofs: Ein Grab aus dem frühem 20. Jh. ist eingefaßt von einem – inzwischen weitgehend verrosteten – schmiedeeisernen Zaun, in dieser Umfriedung lud eine Bank zum kontemplativen Verweilen am Grab ein, man kann darin ein Dokument der Assimilation sehen, der Anpassung an das Grabbesuchsritual der christlichen Umgebung.

 Der Friedhof ist einigermaßen gepflegt.

Dr. Hans-Peter Laqueur


Quellen und Literatur

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/c-d/98-cuxhaven-niedersachsen

Frauke Dettmer: Juden im Amt Ritzebüttel und der Stadt Cuxhaven. Cuxhaven o.J., S. 69-76.

Peter Bussler: Ein Baudenkmal besonderer Art. Der jüdische Friedhof in Cuxhaven. In: Niederdeutsches Heimatblatt Nr. 679 (Juli 2006).

Fotos, Texte: Dr. Hans-Peter Laqueur; Texte, Layout:Wolfgang&Gisela Heumann, 1-2019

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