Ottersberg

Juden in Ottersberg

Die erste jüdische Familie ließ sich in den 1770er-Jahren in Ottersberg nieder, um 1815 waren bereits sechs Familien hier ansässig, die 1818 einen Friedhof am Brinkfeld anlegten. Etwa 1830 wurde eine Synagoge errichtet, von 1852 bis zum späten 19. Jh. bestand auch eine jüdische Schule. Seit etwa 1870 setzte ein Wegzug ein, und 1925 lebten in Ottersberg nur noch zwei jüdische Familien. Bereits 1902 war das Synagogengebäude verkauft worden.

Das letzte Begräbnis fand 1920 statt, 1938 wurde der Friedhof zerstört, in den späten 1950er-Hahren wurden etwa 25 Grabsteine wieder aufgerichtet.


Der jüdische Friedhof von Ottersberg

Von der A 1 (Ausfahrt 50: Stuckenborstel oder 51: Posthausen) kommend nimmt man in Ottersberg die L 132 in Richtung Otterstedt. Etwa 2 km nach dem Ortsende passiert man ein ca. 500 m langes Waldstück. An dessen Ende, unmittelbar hinter dem Kilometerstein 2,6 und der grünen Ortshinweistafel „Otterstedt“ am rechten Straßenrand, zweigt ein Fußweg ab, der zwischen Waldrand und einer Viehweide zum etwa 150 m entfernten Friedhof führt.

Das baumbestandene etwa trapezförmige Gelände liegt zwischen dem Wald und Feldern, mit etwa 25 Grabsteinen  aus den Jahren zwischen 1829 und 1920 ist es nur locker belegt, zwischen den heute erhaltenen Grabsteinen dürfte eine nicht unerhebliche Zahl von Grabplätzen ohne bleibende Grabzeichen sein.

Die erhaltenen Grabsteine sind von Gestaltungs- und Materialqualität über dem regionalen Durchschnitt. Vandalismus 1999 und 2001 hat Spuren hinterlassen, einige Grabsteine sind repariert, einer existiert nur noch als Fragment.

Der Friedhof wird offenbar häufig besucht, auf etlichen Gräbern liegen von Besuchern niedergelegte Steine.

Erhaltungszustand:

Gepflegt.


Quellen und Literatur

https://www.kreiszeitung.de/lokales/verden/gang-haus-ewigkeit-644316.html

https://www.flecken-ottersberg.de/portal/seiten/friedhoefe-900000036-20670.html

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/m-o/1547-ottersberg-wuemme-niedersachsen

Bohmbach, Jürgen, Ottersberg und Rotenburg/Wümme, Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Wallstein-Verlag, Göttingen 2005

Fotos und Texte: Dr. Hans-Peter Laqueur, Bremerhaven, 2007; Layout und Texte: Gisela&Wolfgang Heumann, 5-2019

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